Paceplan · Renn- und Verpflegungsplan

KRM Klassik

Abschnittsgrenzen auf den echten Fuß- und Scheitelpunkten der GPX-Datei, Verpflegung auf den offiziellen Stationen des Veranstalters. Für Benjamin (63 kg) und Marcus (82 kg). Ziel: unter 9 Stunden brutto. Arbeitsstand — Wattwerte und Verpflegung sind noch nicht im Training verifiziert.

215,1 km 4 316 hm 63 kg · FTP 245 W 52/36 × 11–34 Marcus 82 kg · gleiche W/kg + 5 W Ziel Alpenhaus 1 663 m
500 m 750 1000 1250 1500 PASS THURN km 18,3 · 1271 m · 516 hm GERLOSPASS km 61,0 · 1529 m · 704 hm KERSCHBAUMER SATTEL km 111,7 · 1110 m · 584 hm KITZBÜHELER HORN km 215,1 · 1663 m · 974 hm 0 25 50 75 100 125 150 175 200 215 km
Höhe 4× überhöht · Profil aus 5 089 Trackpunkten · Achse = GPX-km ◯ Station: km 60 Gerlos · 116 Kerschbaumer · 159 Breitenbach · 206 Oberndorf  |  ⌇ km 143 nur Wasser
Fahrzeit8:44 Ø 24,7 km/h
Brutto8:58 4 Stopps · 14 min
NP / IF178 W IF 0,73 · TSS 463
Kohlenhydrate697 g 80 g/h · 5 276 kJ

Abschnittsplan

Anstiege hinterlegt. Wattwerte sind Ziel-Mittelwerte für den Abschnitt — auf den Rampen darf es kurz drüber gehen, auf den Flachstücken nie. Marcus' Spalte: gleiche W/kg wie Benjamin, plus 5 W am Berg und 10 W im Flachen. Z2 als Bereich — genauer muss es dort nicht sein. Werte über 220 W liegen über Marcus' Z2-Decke; dort gehört er in den Windschatten, nicht an die Spitze.

AbschnittDisthm Watt
Benjamin
Watt
Marcus
ZoneZeit Ø km/hBei
Talanfahrt Kitzbühel → Jochberg
km 0 – 14,0 · fast flach
14,0293140–160190–220Z2 unten 0:3821,90:38
Pass Thurn Rampe
km 14,0 – 18,3 · 5,5 %
4,3223200265Z3 unten 0:1615,60:54
Abfahrt nach Mittersill
km 18,3 – 28,7 · −4,6 %
10,43~140~50rollen 0:1350,11:07
Pinzgau-Tal
km 28,7 – 47,5
18,8106150–170205–230Z2 0:3433,01:41
Gerlospass
km 47,5 – 61,0 · 5,0 %, Spitze 12,5 %
13,5704195260Z3 unten 0:5614,52:37
Station km 60 · Gerlos Pass · auf dem Scheitel · 4 min — beide Flaschen, Riegel für die Abfahrt
Abfahrt Gerlos → Zillertal
km 61,0 – 84,0 · −3,6 %
23,015~140~50rollen 0:3046,23:11
Zillertal talwärts
km 84,0 – 104,8
20,832135–155185–210Z2 unten 0:3337,63:44
Kerschbaumer Sattel
km 104,8 – 111,7 · 8,4 %, Spitze 12,3 %
6,9584200265Z3 0:4010,44:24
Station km 116 · Kerschbaumer Sattel · auf dem Scheitel · 4 min — beide Flaschen, Vorrat bis km 159
Abfahrt Kerschbaumer
km 111,7 – 120,9 · −6,4 %
9,21~140~50rollen 0:1052,94:39
Pinegg → Brandenberg I
km 120,9 – 132,0 · 2,9 %
11,1376185245Z2 oben 0:3618,85:14
Senke Brandenberg
km 132,0 – 134,3
2,24~140~50rollen 0:0348,35:17
Brandenberg II
km 134,3 – 138,9 · 6,2 %
4,6302185245Z2 oben 0:2312,25:40
Station km 143 · Brandenberg · durchfahren — nur Wasser; nur bei Hitze 30 s stoppen
Abfahrt Breitenbach
km 138,9 – 155,6 · −2,7 %
16,796~145~50rollen 0:2835,36:08
Station km 159 · Breitenbach · im Inntal · 4 min — beide Flaschen, letzte große Auffüllung
Angerberg
km 155,6 – 161,5 · 2,5 %
5,9165180240Z2 0:1819,86:30
Abfahrt Wörgl
km 161,5 – 165,8 · −3,7 %
4,318~145~50rollen 0:0738,36:37
Brixental
km 165,8 – 187,3 · welliger Daueranstieg
21,6349160–180220–245Z2 0:5026,17:26
Rollend → Oberndorf
km 187,3 – 203,1 · −0,9 %
15,870130–150180–205Z2 unten 0:2636,57:52
Station km 206 · Oberndorf · im Tal vor der Rampe · 2 min — eine Flasche, Cola, dann ans Horn
Anfahrt Horn
km 203,1 – 207,5 · flach, 0,8 %
4,473165–185225–250Z2 0:1123,98:05
Kitzbüheler Horn
km 207,5 – 215,1 · 11,9 %, Spitze 14,6 %
7,6901225300Z3/Z4 0:528,78:58
Ziel Alpenhaus 215,14 316168208IF 0,73 8:4424,78:58

Verpflegung nach Etappen

80 g Kohlenhydrate pro Stunde — für 63 kg und 168 W Durchschnitt reichlich, und risikoärmer als 90. Flasche 1 trägt Kohlenhydrat, Flasche 2 klares Wasser. An den Stationen gibt es Kuchen, Banane, Cola und Gatorade zum Essen im Stehen — dazu ENERVIT-Gels und -Riegel zum Mitnehmen. Der Plan rechnet mit eigenen Gels und Riegeln, weil deren Kohlenhydratgehalt bekannt ist; die ENERVIT-Ware ist der Rückfall, wenn etwas verloren geht oder ausgeht. Alle Gramm-Angaben sind Kohlenhydrate, nicht Produktgewicht. Die Etappen sind bewusst rund 8 % über dem Ziel geplant — Stationsware ist unsicher, und niemand isst am Ende alles.

StationSchildDein Garmin HöheWo genauAnkunft
Gerlos Passkm 60km 611 529 m auf dem Scheitel 2:37
Kerschbaumer Sattelkm 116km 1121 110 m auf dem Scheitel 4:24
Brandenberg (nur Wasser)km 143 km 139959 m am Hochpunkt, durchfahren 5:40
Breitenbachkm 159km 156509 m Inntal, vor dem Angerberg 6:08
Oberndorfkm 206km 203689 m Tal, vor der Horn-Rampe 7:52
Ziel Alpenhauskm 216km 215 1 663 m 8:58
1  Start → Gerlos-Scheitel km 0–60 · 2:37 · Ziel 209 g · 1,3–1,5 l

Am Rad

  • Flasche 1: SLOW CARB, 750 ml, ~60 g
  • Flasche 2: klares Wasser, 750 ml

In den Taschen

  • Riegel 1:0,8 — km 8, Talanfahrt
  • Riegel 1:0,8 — km 22, Abfahrt
  • Riegel 2:1 — km 45, flach vor dem Gerlos
  • Gel 2:1 — km 54, im Steilstück
  • + 2 Gels 2:1 fürs Horn, unantastbar

Summe

  • 220 g über 2:37 = 84 g/h
  • 1:0,8 auf die ruhigen ersten zwei Stunden
  • 2:1 ab km 45, wo der Gerlos beginnt

Nur eine Flasche SLOW CARB

  • 1,5 l in Rennkonzentration liegen an der Herstellergrenze von 90 g Pulver
  • Isomaltulose setzt langsam frei — am Gerlos willst du schnelles Kohlenhydrat
  • Und du behältst klares Wasser, so wie du es wolltest
Der Engpass ist das Trinken, nicht das Essen. 60 km ohne jede Station, und 1,5 l über 2:37 sind nur 0,57 l/h. Bei kühlem Morgen geht das auf; wird es warm, fehlt dir Flüssigkeit, und daran ändert der Inhalt der Flaschen nichts. Bei Hitze: dritte Flasche in die Rückentasche.
2  Gerlos-Scheitel → Kerschbaumer-Scheitel km 60–116 · 1:43 · Ziel 137 g · 1,0–1,3 l

Im Stehen essen · 4 min

  • Kuchen ODER Banane — nur eines, ~35 g / ~25 g

Mitnehmen & unterwegs

  • Flaschen: 1 Gatorade ~45 g, 2 Wasser
  • Eigener Riegel 1:0,8 — km 70, in der Abfahrt
  • 1–2 ENERVIT-Gel als Reserve einstecken
  • ENERVIT-Gel ~25 g — km 100, vor dem Kerschbaumer
  • Summe ~145 g = 84 g/h, gleichauf mit Etappe 1
  • Halbvolle Flaschen in den Kerschbaumer, nicht leere
Diese Etappe endet oben auf dem Kerschbaumer Sattel — dort steht die Station. Du fährst 44 km bergab und dann 584 hm hinauf, und erst danach gibt es wieder etwas. Der Kuchen ist hier richtig platziert: du stehst sowieso, und die Abfahrt danach ist die ruhigste Verdauungsphase des Tages. Geh mit halbvollen Flaschen in den Anstieg, nicht mit leeren.
3  Kerschbaumer-Scheitel → Breitenbach km 116–159 · 1:40 · Ziel 133 g · 1,0–1,3 l

Im Stehen essen · 4 min

  • 1 Banane ~25 g

Mitnehmen & unterwegs

  • Flaschen: 1 Gatorade ~45 g, 2 Wasser
  • Eigener Riegel 2:1 — km 117, in der Abfahrt
  • Eigenes Gel 2:1 — km 130, erste Kuppe
  • 1–2 ENERVIT-Gel als Reserve einstecken
  • Summe ~150 g gegen 133 g Ziel — bewusst über
Die Falle im Plan. Nach 9 km Abfahrt kommt die Brandenberg-Doppelkuppe: 376 hm, kurze Senke, nochmal 302 hm. Anstrengend, schlecht zu essen — und die Station bei km 143 hat nichts als Wasser. Den Riegel deshalb in der Abfahrt essen, solange es geht. Wenn du eine Etappe überfüllst, dann diese.
4  Breitenbach → Oberndorf km 159–206 · 1:40 · Ziel 133 g · 1,0–1,3 l

Im Stehen essen · 4 min

  • Kuchen ODER Banane — nur eines, ~35 g / ~25 g
  • Becher Cola ~20 g — Getränk, erstes Koffein

Mitnehmen & unterwegs

  • Flaschen: 1 Gatorade ~45 g, 2 Wasser
  • Salz einstecken — nach 6 Stunden fehlt es
  • Eigenes Gel 1:0,8 — km 178, Brixental
  • 1–2 ENERVIT-Gel als Reserve einstecken
  • Letzte Gelegenheit für 1:0,8 — danach nur noch 2:1
  • Summe ~140 g gegen 133 g Ziel
Die letzte Etappe, in der Verdauung normal funktioniert. Das Brixental ist 21 km gleichmäßiger Z2-Anstieg — die beste Gelegenheit des zweiten Rennteils, ordentlich zu essen. Was du hier nicht aufnimmst, holst du am Horn nicht mehr nach.
5  Oberndorf → Ziel · das Horn km 206–216 · 1:03 · Ziel 84 g · 0,6–0,8 l

An der Station · 2 min

  • 1 Becher Cola ~20 g
  • Nur eine Flasche mitnehmen — 750 ml reichen für 52 min
  • Zweite Flasche hier abwerfen: 750 g weniger am 12-%-Anstieg

Deine zwei Gels 2:1

  • Gel 1 direkt an der Station, vor der Rampe
  • Gel 2 bei km 211, etwa 25 min in den Anstieg
  • Danach nichts mehr — es käme nicht mehr an
  • Summe ~100 g gegen 84 g Ziel
Warum eigene Gels und warum früh. Am 12-%-Anstieg nach acht Stunden ist kein Ort für ein unbekanntes Produkt — diese zwei Gels sind die einzige Verpflegung des Tages, bei der du genau weißt, wie dein Magen reagiert. Und oberhalb von etwa 85 % FTP verlangsamt sich die Magenentleerung stark: was du in den letzten 20 Minuten nimmst, wird nicht mehr rechtzeitig verwertet. Deshalb beide Gels in der ersten Hälfte des Anstiegs.

Format und Ratio sind zwei Entscheidungen

Du hast Riegel und Gels jeweils in 2:1 und 1:0,8. Damit hängt die Ratio nicht mehr am Format — du entscheidest zweimal getrennt: Format nach Gelände, Ratio nach Zweck.

2:1  schnell zum Muskel 1:0,8  hohe Rate, Leberglykogen
Riegel
nur wo du kauen kannst
Anstieg vorbereiten. Flaches Stück kurz vor einer Rampe — km 45 vor dem Gerlos-Fuß, km 117 in der Abfahrt vor Brandenberg. Feste Nahrung, aber schnelles Kohlenhydrat für das, was gleich kommt. Der Arbeitsplatz. Talanfahrt, Pinzgau, Zillertal, lange Abfahrten. Die ruhigen Z2-Stunden, in denen der Magen alles verträgt und die Leber gefüllt werden soll.
Gel
geht überall
Wo die Leistung steht. Im Gerlos-Steilstück, am Kerschbaumer, und die zwei am Horn. Bei 12 % kannst du nicht kauen, und du willst die Glukose direkt. Lang, aber keine Kaulust. Brixental nach 170 km — gleichmäßiger Z2, aber der Kiefer mag nicht mehr. Genau der Fall, der vorher nicht abbildbar war.
Warum
Die Ratio steuert, welcher Transporter arbeitet Glukose geht über SGLT1, gesättigt bei ~60 g/h. Fruktose nimmt den zweiten Weg über GLUT5, ~30–50 g/h zusätzlich. 2:1 (67 % Glukose) ist auf ~90 g/h ausgelegt: bei genau 90 g/h sättigt die Glukose SGLT1 exakt aus. 1:0,8 (55 % Glukose) verschiebt Last auf GLUT5 und skaliert bis ~120 g/h. Fruktose muss aber erst über die Leber laufen — sie kommt langsamer im Muskel an und füllt dafür bevorzugt das Leberglykogen.
80 g/h
Bei deiner Rate ist keine der beiden limitierend 2:1 bei 80 g/h heißt 53 g Glukose und 27 g Fruktose — beides klar unter der Grenze. 1:0,8 heißt 44 g und 36 g — ebenfalls. Beide Ratios funktionieren durchgehend. Die Aufteilung unten holt kleine Vorteile heraus, sie ist keine Gratwanderung. Wenn du am Renntag durcheinandergreifst, passiert nichts.
Leber
Das eigentliche Argument für 1:0,8 in der Mitte Über 8:44 läuft nicht nur das Muskel-, sondern auch das Leberglykogen leer — rund 95 g, und daran hängt dein Blutzucker. Fruktose füllt diesen Speicher bevorzugt. Deshalb gehört 1:0,8 in die langen gleichmäßigen Stunden, wo Zeit für den Umweg über die Leber ist, und 2:1 dorthin, wo du die Glukose sofort brauchst.
Spät
Wo ich es ehrlich nicht weiß Ob nach sechs Stunden eher 2:1 oder 1:0,8 besser verträglich ist, ist nicht klar belegt: die Darmfunktion lässt nach, was gegen hohe Fruktoselast spricht — gleichzeitig ist die osmotische Last pro verwertbarem Gramm bei 1:0,8 niedriger, was dafür spricht. Ich habe im Plan ab km 190 auf 2:1 gesetzt, weil die Anstiege dort liegen. Wenn du aus langen Trainingsfahrten weißt, dass dir eines der beiden spät besser liegt, gewinnt deine Erfahrung gegen diese Ableitung.

Wo sub-9 wirklich entschieden wird

Nicht am Horn. Die Wattzahl am Schlussanstieg kostet kaum Zeit — der Windschatten im Tal entscheidet das Rennen.

+21 min
Ohne Gruppe unterwegs Rund 100 km sind Flach- und Rollabschnitte. Solo statt im Windschatten kostet 21 Minuten und damit das Ziel. Verlierst du eine Gruppe, ist der Anschluss an die nächste wichtiger als jeder Wattwert.
+8 min
Nur kleine Gruppe statt großer Schon der Unterschied zwischen dichter Gruppe und drei Fahrern kostet acht Minuten. Im Pinzgau und im Brixental lohnt es, aktiv Anschluss zu suchen.
−6 min
10 W mehr auf den Flachstücken Die billigste Zeit im Plan — und sie kostet kaum Körner, weil du ohnehin im Z2 fährst. Hier drücken, nicht am Berg.
±5 min
Horn mit 215 statt 235 W Zwanzig Watt am Schlussanstieg sind nur fünf Minuten. Das Risiko, bei 235 W auf den letzten drei Kilometern einzubrechen, ist teurer als der Gewinn.
+4 min
Ein Stopp mehr als geplant Vier Stopps sind eingerechnet. Ein fünfter — oder eine Warteschlange am Tisch — frisst den Drei-Minuten-Puffer sofort auf.

Einkaufsliste eigene Einheiten

Riegel 1:0,8
3 Stück
Riegel 2:1
2 Stück
Gel 2:1
4 Stück
Gel 1:0,8
1 Stück
SLOW CARB
1 Flasche
10 Einheiten
460 g KH

Genau die Tragekapazität — und genau die geplanten Verzehrpunkte, ohne Überhang. Zwei der vier 2:1-Gels sind fürs Horn reserviert und werden vorher nicht angefasst.

Die Reserve holst du unterwegs: an jeder vollen Station 1–2 ENERVIT-Gels einstecken. Damit trägst du nie mehr als nötig und hast trotzdem immer Puffer — nur mit unbekanntem Gehalt, deshalb füllen sie Lücken statt fest eingeplant zu sein.

Zonen — Watt und Puls

Z1 Rekom
< 137 W  ·  < 136 bpm
Z2 Grundlage
137–184 W  ·  136–160
Z3 Tempo
186–220 W  ·  160–176
Z4 Schwelle
223–257 W  ·  176–186

FTP 245 W, HRmax 200. Der Puls ist die Notbremse, nicht das Ziel — steuere nach Watt. Wenn du am Gerlos in den ersten 20 Minuten über 168 bpm liegst, fährst du zu hart, egal was das Powermeter sagt.

Zwei Effekte, die du erwarten solltest: in Stunde 3 bis 6 läuft der Puls für dieselbe Leistung 5–8 Schläge höher (Drift), und am Horn erreichst du trotz 225 W womöglich nur 170 statt 180 — das ist Ermüdung, kein Zeichen, dass du zu wenig drückst.

Deine Übersetzung am Horn

10,0 % · 10,3 km/h
36×34 → 77 U/min
12,0 % · 8,7 km/h
36×34 → 65 U/min
14,5 % · 7,3 km/h
36×34 → 54 U/min
15,5 % · 6,8 km/h
36×34 → 51 U/min

36×34 reicht, liegt aber am Limit: der steilste Kilometer bei km 213,4 geht mit 54 U/min. Ein 11-36-Ritzelpaket bräuchte nur 57 — sechs Prozent leichter. Ohne Umbau: im Training gezielt Kraftausdauer bei 50–60 U/min fahren.

Flüssigkeit & Salz

Gesamt
5,2 – 7,0 l
Pro Stunde
0,6 – 0,8 l
Natrium
600 – 800 mg/l
Kapazität
2 × 750 ml

Engpass Etappe 1: 1,5 l über 2:37 sind nur 0,57 l/h. Bei kühlem Morgen reicht das, bei Hitze nicht — dann dritte Flasche in die Rücken­tasche.

Gatorade liefert nur ~450 mg Natrium pro Liter. Nimm an jeder Station das angebotene Salz mit oder pack dir Elektrolytkapseln ein — über 6 Liter summiert sich das Defizit spürbar.

Zu zweit mit Marcus

Marcus: 82 kg, größer und weniger aerodynamisch, normale Rennradreifen wie Benjamin. Die Wattspalte folgt einer Regel statt einem Modell — gleiche W/kg am Berg plus 5 W, im Flachen plus 15 W.

Horn
300 W — geplant wird, dass er mithält Gleiche W/kg wie Benjamin plus 5 W. Aus seiner Z2-Decke ließe sich eine FTP um 293 bis 314 W ableiten, womit 300 W sehr hoch lägen — aber diese Ableitung steht auf einer einzigen Zahl, und Marcus ist möglicherweise fitter als sie vermuten lässt. Also fahrt es so. Fällt er auf den letzten drei Kilometern ab, kostet das 3 bis 4 Minuten, und ihr trefft euch oben — mehr Schaden entsteht nicht.
+9 %
Marcus' Powermeter liest wahrscheinlich hoch Am Testanstieg zeigte es 268 W. Mit 94,5 kg System, normalen Reifen (Crr 0,0050) und einem plausiblen CdA von 0,36 wären dafür nur 247 W nötig. Um 268 W physikalisch zu erklären, bräuchte er CdA 0,63 — aufrecht auf dem Stadtrad liegt bei 0,55. Die 9 % Differenz sind also Messoffset oder nicht eingerechnetes Gepäck, nicht Fahrleistung.
Folge
Deshalb eine Regel und kein Modell Bei gleicher Geschwindigkeit auf dem Testanstieg standen sich 190 W (Benjamin) und 268 W (Marcus' Anzeige) gegenüber — Verhältnis 1,41. Die W/kg-Regel ergibt 1,33. Welches stimmt, hängt genau am unbekannten Messoffset. Praktisch heißt das: fahrt nach Gefühl und Abstand, nicht nach der zweiten Stelle. Wenn Marcus am Gerlos abreißt, gibt er 10–15 W drauf; wenn er drückt, nimmt er 10 W raus.
Abfahrt
Als gleichwertig behandeln Mehr Masse zieht ihn bergab, mehr Stirnfläche bremst ihn. Die Effekte heben sich weitgehend auf, und lange Alpenabfahrten sind ohnehin kurvenlimitiert. Baut keine Taktik darauf — und attackiert die Abfahrten nicht, damit ihr zusammenbleibt.
Essen
Marcus braucht rund 24 % mehr Energie 6 546 kJ gegen Benjamins 5 276. Für denselben Kohlenhydratanteil wären ~865 g = 99 g/h nötig, und das gibt kein Darm zuverlässig her. Realistisch sind 90–95 g/h. Marcus fährt also zwangsläufig ein größeres Defizit als Benjamin und ist auf den letzten 40 km stärker bonk-gefährdet — an jeder Station mehr nehmen. Der Verpflegungsplan gilt sonst unverändert.

Modellabgleich mit echten Daten

Gegenprobe an einem 3,6-km-Anstieg aus dem Training: 190 W, 3,93 % Steigung, 963 m Höhe, 11:43 Fahrzeit.

−0,9 %
Die Kletterzeiten stehen Gemessen 18,50 km/h, vom Modell vorhergesagt 18,34 km/h. Umgekehrt gerechnet bräuchte das Modell 192 W für deine 18,5 km/h — gemessen wurden 190. Auch die Nebenrechnungen stimmen: VAM 727 gegen 725 von Sauce, 704 Samples auf 703 Sekunden, und „3,0 W/kg bei 190 W" bestätigt 63,3 kg. Systemgewicht, Rollwiderstand und Berg-CdA sind damit belegt.
offen
Was der Abgleich nicht abdeckt Geprüft ist der Kletterfall bei rund 4 %. Ungeprüft bleiben der Gruppen-CdA von 0,205 — der größte Hebel im ganzen Plan mit ±21 Minuten — sowie das Abfahrtsmodell und die Steilrampen über 12 %, wo Sitzposition und Luftwiderstand anders aussehen. Die Bergzeiten sind belastbarer als die Talzeiten.
FTP
Die TSS in Sauce steht auf einer veralteten FTP TSS 14 bei NP 196 über 11:43 lässt sich nur mit einer FTP von ~231 W erklären; bei 245 W müsste dort 12,5 stehen. Der Puls widerlegt die 231: wäre 190 W gleich 82 % FTP, läge der Puls bei ~168 bpm — gemessen wurden 149 im Schnitt und 163 als Maximum, gegen Ende ~158 (79 % HRmax). Das passt zu 190 W ≈ 78 % FTP, also zu 245. Der Plan bleibt auf FTP 245. Zieh die Einstellung in Sauce nach, sonst sind alle künftigen TSS-Werte zu hoch.

Ehrliche Einordnung

Körpergröße begrenzt die Aufnahme nicht. Die Kapazität hängt an den Darmtransportern SGLT1 (Glukose, gesättigt bei ~60 g/h) und GLUT5 (Fruktose, zusätzlich ~30–50 g/h). Die sind trainierbar, aber praktisch unabhängig von Körpermasse — 90 g/h wären für dich nicht schwerer aufzunehmen als für einen 85-kg-Fahrer. Eine Rechnung in Gramm pro Kilogramm und Stunde führt hier in die Irre.

Deine Größe wirkt auf der Bedarfsseite: du brauchst weniger. Bei 5 366 kcal Umsatz (614 kcal/h) und rund 50 % Kohlenhydratanteil oxidierst du ~670 g; deine eigenen Speicher liefern ~290 g (Beinmuskulatur ~200 g, Leber ~95 g). Bleiben ~380 g, die von außen kommen müssen. Bei 80 g/h nimmst du 697 g auf — großer Puffer. Bei 60 g/h wären es 524 g, bei 50 g/h wird es knapp.

Deshalb stehen 80 g/h im Plan, nicht 90. 90 g/h liegt mit dem 2:1-Gel genau an der Transporter-Obergrenze und kauft einen Puffer, den du nicht brauchst. 80 g/h deckt alles mit Reserve und lässt Luft nach oben: nimm in der ersten Hälfte gern 90, wenn der Magen ruhig ist, und geh später auf 70 zurück. Was du nicht tun solltest, ist 90 g/h am Renntag zum ersten Mal zu probieren — Magen-Darm-Probleme kosten mehr Zeit, als die Extra-Kalorien einbringen.

Eine SLOW-CARB-Flasche, nicht zwei. Zwei wären verlockend — sie deckten 120 der 209 g auf Etappe 1, ohne die Taschen zu füllen. Drei Gründe dagegen: 1,5 l in Rennkonzentration liegen an der Herstellergrenze von 90 g Pulver pro Einheit; Isomaltulose setzt bewusst langsam frei, und auf Etappe 1 liegen Pass Thurn und der Gerlos, wo du schnelles Kohlenhydrat willst; und du behältst so klares Wasser. Der Ausfall kostet nur einen Riegel mehr in der Tasche.

Prüf deinen Messlöffel und rechne mit dem Etikett, nicht mit meinen 60 g pro Flasche — die Herstellerangaben zu Pulvermenge und Kohlenhydratgehalt sind untereinander nicht schlüssig (40 g KH pro 500 ml gegen 30–35 g Pulver pro 500 ml; ein Pulver kann nicht mehr Kohlenhydrate liefern als es wiegt).

8:58 brutto lässt drei Minuten Puffer. Der Plan verträgt keinen fünften Stopp, keinen Defekt und keine verlorene Gruppe. Wenn sub-9 wirklich zählt, kürze die Stopps auf drei Minuten und nimm mehr eigene Verpflegung mit.

IF 0,73 über 8:44 ist hart an der Obergrenze. Für einen Bergmarathon mit viel Abfahrtszeit machbar, aber TSS 463 ruft man nicht ohne mehrere 6-Stunden-Ausfahrten im Training ab.

Die 225 W am Horn sind 92 % deiner frischen FTP. Nach 8 Stunden und 5 000 kJ entspricht das eher 100–105 % der dann noch verfügbaren Schwelle. Halte dich die ersten drei Kilometer zurück und entscheide bei km 211, ob du zumachen kannst.